Warum sind Flüchtlinge immer Männer?

Ich habe im Titel nicht umsonst die männliche Form gewählt: Flüchtlinge werden häufig als männliche, mittelalte, nicht selten sogar augenscheinlich gesunde Männer dargestellt. Warum das so ist, kann mensch nicht pauschal beantworten, aber das mediale Bild hat sich verfestigt. Dieses Video von Raik Anders stellt die Frage einmal konkret und sucht nach einer Antwort. Natürlich hat das nicht mit Herzlosigkeit der Männer zu tun, die rücksichtslos ihre Familien zurücklassen. Die Antwort, warum wir zunächst so viele Männer sehen, ist eine andere.

Mal abgesehen davon, dass ich dieses Motiv durchaus für vertretbar halte, und hier nicht selten auch Asylsuche und Einwanderung verwechselt werden, zeigt sich bei der Befragung einer Expertin™, dass die Hälfte aller weltweiten Flüchtlinge Kinder sind.

Außerdem gibt es die Standardposition, dass die Flucht aus Afrika so viel Geld koste. Daher hätten doch sicher nur die reichen Afrikaner das nötige Vermögen für solch eine Flucht. Das ist übrigens ziemlicher Blödsinn, wenn man sich die Flugpreise anschaut. Jeder, der genug Geld hat, bekommt ein Visum und reist im Zweifel per Flug ein. Woher das Geld für die Flucht aus den afrikanischen Ländern kommt, klärt die Expertin™ im Video auch auf.

Der Zweite Weltkrieg in Zahlen

Zweiter Weltkrieg in Zahlen - 1

Die Überschrift mag im ersten Moment völlig belanglos klingt, sind doch die Zahlen über Kriegstote im Zweiten Weltkrieg hinreichend bekannt. Außerdem wirken Zahlenkolonnen an Zahlenkolonnen ziemlich langweilig und veranschaulichen doch nicht wirklich das Ausmaß des Schreckens eines Krieges. Doch dieses Video vom Journalisten Neil Halloran schafft durch die grafische Darstellung eine besondere Anschaulichkeit, die nicht nur die europäischen und amerikanischen Toten, sondern auch die Opfer des Asienkrieges berücksichtigt, der in der europäischen Geschichtsschreibung gar nicht so präsent ist. China hatte nach der Sowjetunion die meisten Kriegstoten, schon gewusst?

Zweiter Weltkrieg in Zahlen - 2Nach und nach schlüsselt Halloran in Grafiken auf, in welchen Konflikten welche Zahlen und welche Arten von Opfern fielen. Dabei zählt er nämlich nicht nur militärische, sondern auch zivile Opfer sowie nach Nation geordnet auch Juden, Roma, Behinderte oder Homosexuelle. Er geht auf Besonderheiten wie Stalingrad oder die Belagerung Leningrads ein, das 1,5 Millionen Russen das Leben kostete, weil sie nicht evakuiert wurden. Interessant sind Zahlen der Opfer vor und nach der Invasion der Nazis in europäischen Ländern oder auch das Verhältnis zwischen auf dem Landweg getöteten Menschen und durch Bombardierungen.

Zweiter Weltkrieg in Zahlen - 3

So aufgelistet, visualisiert und aneinandergereiht erahnt mensch nach und nach das Grauen des Zweiten Weltkriegs sehr eindrücklich, zumal der Krieg aber in Relation gesetzt wird zu vorherigen und nachfolgenden Konflikten. In jeder Hinsicht lohnt sich dieses Video – und auch der Besuch der Website fallen.io, wo es eine interaktives Video gibt, in dem man bei den Endstatistiken noch einmal Zusatzinformationen abrufen kann.

Zweiter Weltkrieg in Zahlen - 4An dieser Stelle muss ich jedoch noch einmal auf die Sinnhaftigkeit und Einordnung einer solchen statistischen Aufarbeitung eingehen, denn eines der ersten Kommentare unter dem Video postulierte, man solle doch bitte die Ereignisse um 1920-1936 berücksichtigen, um endlich den Krieg zu verstehen.

WWII is a phenomenon best understood by the events leading into it and not by the statistics of the war once it had already begun. The causative developments of WWII occurred during the statistically peaceful period between 1920-36. Understand what happened during this period and you understand what caused the war. The video makes a gargantuan mistake in similarly ignoring what is occurring now such as the Chinese moves on territory amassment in the Pacific, Russian neo-expansion into the Baltics but most critically, the world wide islamic ascendancy gaining ferocity by the day coupled with the forthcoming realization of islamic nukes. In respect of how the video’s narration lulls the audience into an absurd reality of a new world trajectory of lasting peace, it becomes propagandistic by kowtowing to the politicians who try to assure us with this lie.

Dieses Kommentar macht deutlich, dass der Kommentator gar nicht verstanden hat, worum es hier geht. Eine statistische Aufarbeitung ist keine Ursachenforschung und das möchte auch dies hier nicht sein. Es geht um eine Visualisierung nicht um eine historisch korrekte Einordnung des Zweiten Weltkriegs. Dies wurde und wird von HistorikerInnen geliefert, auch von PolitikwissenschaftlerInnen, PhilosophInnen, SoziologInnen, RechtswissenschaftlerInnen und anderen. Hier soll eine breitere Öffentlichkeit die Skala der Kriegsopfer verstehen lernen, Ursachenforschung, historische, politische oder sonstige Einordnung soll nicht direkt geliefert werden. Eine Statistik kann ein Hilfsmittel dazu sein, und dazu ist es wichtig, eine gute und anschauliche Statistik zu haben.